Auf dem Foto sieht man den Kopf einer Person von hinten. Sie hält die bi+-Flagge hinter ihrem Rücken in die Höhe. Über den Bild sind drei Balken in schwarz, teal und pink. Darauf steht der Titel: Queer als Unternehmerin, deshalb schreibe ich wieder darüber.

Herzlich willkommen zu einem neuen Themenbereich in meinem Blog: Intersektionalität. Heute und in Zukunft möchte ich vermehrt über die Themen Queerness, Neurodiversität und Intersektionalität sprechen. Gerade im Business ist es meiner Meinung nach super wichtig, diese Themen einzubeziehen, denn sie lassen sich nun mal nicht voneinander trennen.

Inklusion beginnt da, wo wir uns selbst damit auseinander- und für sie einsetzen.

Ich bin selbst queer

Wenn ich gefragt werde, bezeichne ich mich zwar als bi+      , was so viel bedeutet wie, dass ich auf mehr als ein Geschlecht stehe, tatsächlich ist mir aber vollkommen egal, ob sich eine Person mit dem binären Geschlechtersystem identifiziert. Mann, Frau, Enby … wenn ich einen Menschen anziehend finde, dann wegen der Persönlichkeit und nicht wegen des Geschlechts.

Somit wäre die "korrekte" Bezeichnung eigentlich pan. Ich lable mich trotzdem bi+. Und weshalb Labels wichtig sind, führe ich ein anderes Mal gerne ausführlich aus.

Ich lebe in einer queeren Beziehung

Auf dem Foto sind Mary und ihr Partner Marco zu sehen. Sie sitzen im Garten und lachen beide glücklich in die Kamera.

Ich bin nicht nur bi+, sondern lebe auch in einer queeren Beziehung. Seit 2003 bin ich mit meinem Partner, mit welchem ich auch drei Kinder habe, zusammen und seit 2011 leben wir eine offene Beziehung.

Unsere Beziehung ist so gestaltet, dass wir beide jederzeit mit anderen Menschen Sex haben können, ohne uns vorher irgendwie absprechen zu müssen. Auch gegenüber zusätzlichen Beziehungen mit anderen Menschen, also Polyamorie, sind wir offen. Wenn es passt, dann passt es.

Warum ich das erzähle?

Nun, für mich persönlich waren diese Themen nie ein Problem. Für mein Umfeld hingegen schon. Das war mir aber herzlich egal, ich war schon immer die Eine von einem anderen Planeten, die ohnehin macht, was sie will, egal, was andere von ihr denken.

Ich habe mich auch nie wirklich geoutet, schlichtweg, weil ich es für unnötig hielt. Diejenigen Menschen, die meine sexuelle Orientierung betrifft, sprich, wenn da etwas zwischen mir und anderen Menschen läuft, merken das ja.

Und wenn mich Leute fragen, antworte ich auch ganz offen. Ich habe absolut kein Problem darüber zu sprechen, im Gegenteil.

Queere Personen werden überall diskriminiert

Aber, und das ist der Punkt, so viele Menschen auf dieser Welt haben dieses Privileg eben nicht. Im Gegenteil: Würden sie sich outen, droht ihnen auch heute noch an vielen Orten die Todesstrafe, Folter, Diskriminierung, Gewalt und vieles mehr.

Aber nicht nur in Ländern, in denen die LGBTQIA+ Community offen vom Staat unterdrückt wird, geschieht diese Diskriminierung, nein, auch hier in unseren Ländern geschieht das täglich.

Nur weil sich Firmen gerne damit schmücken, irgendwo eine Regenbogen-Flagge abzubilden, bedeutet das noch lange nicht, dass sie sich auch wirklich für Gleichberechtigung einsetzen! Oft sogar im Gegenteil. #RainbowWashing

Auf dem Foto sind zwei weiblich gelesene Personen of Color. Eine hält eine gelb-blaue Flagge und die andere hält eine Regenbogenflagge. Dabei schauen sie auf die Flaggen.Vordefinierte Geschlechtseinträge

Bitte ankreuzen: Weiblich, männlich … manchmal mittlerweile noch divers und das war es dann. Divers ist nicht genug! Weshalb gibt es kein freies Feld? Bis auf wenige Ausnahmen sind solche persönlichen Informationen ohnehin unangebracht. Was hat es meinen Supermarkt zu interessieren, was für ein Geschlecht ich habe?

Sex vs. Gender

In der englischen Sprache werden etwa die beiden Begriffe "sex" (="biologisches" Geschlecht, was es als solches übrigens nicht gibt) und "gender" (=soziales Geschlecht) verwendet. Immerhin ein Weg in die richtige Richtung. Leider ist es aber immer noch so, dass Menschen bei ihrer Geburt automatisch ein Geschlecht zugewiesen wird, statt so lange zu warten, bis die jeweilige Person selbst entscheidet.

Was hat das alles mit meinem Business zu tun?

Ich habe mich damals 2005 selbstständig gemacht, komme aber ursprünglich aus einer anderen Branche: der Pädagogik und Psychologie. Als Webdesignerin, Business- und Technik-Mentorin arbeite ich erst seit 2016, auch wenn ich bereits seit 2005 in diesem Bereich tätig bin. Aber hauptberuflich eben erst seit wir damals für rund vier Jahre mit dem Wohnmobil durch Europa gereist sind.

Ich habe mich damals mehr oder weniger von heute auf morgen umpositioniert und mein "neues" Business from scratch an neu aufgebaut.

Innerhalb von 6 Monaten konnte ich so als Alleinverdienerin unsere drei Kinder, Hündin, meinen Mann, mich und unser Leben auf Reisen im Wohnmobil finanzieren. Aber das war echt harte Arbeit und bis wir uns Anfang 2020 dazu entschlossen haben, wieder sesshaft zu werden, bestand mein Business meist daraus, so viele Aufträge wie möglich anzunehmen, weil ständig unvorhergesehene Herausforderungen in unser Leben kamen. Spoiler: Dann kam die Pandemie und es wurden nicht weniger Herausforderungen.

Keine Zeit für Aktivismus

Kurz gesagt, war ich dermassen damit beschäftigt, unser eigenes Leben irgendwie auf die Kette zu fädeln, dass mir keinerlei Zeit und Energie blieb, auch nur ansatzweise so weiterzuarbeiten, wie ich es früher tat. Sprich: Ich musste funktionieren und hatte keine Zeit, mich weiterhin mit den wirklich wichtigen Themen in meinem Leben zu beschäftigen. #Aktivismus

Das war sehr schmerzlich und hat mich tief getroffen. War ich doch früher eine sehr aktive Bloggerin und Speakerin und setzte mich für diverse gesellschaftliche Randthemen ein. Das fehlte mir unheimlich. Vor allem das Bloggen über andere Themen als Webdesign, Business und Technik fehlte mir. Einfach meine Gedanken niederzuschreiben und mit anderen zu teilen. So begann damals auch meine erste Website, mit dem Bloggen.

Ungestillte Bedürfnisse verschwinden nicht

Doch je länger, je mehr, machte sich dieses Bedürfnis immer stärker bemerkbar und ich begann, mich wieder vermehrt auf die Zielgruppe an Menschen zu fokussieren, die mir wirklich am Herzen lagen.

Zu Beginn richtete ich mein Angebot ganz klar an Frauen aus, einfach, weil ich – trotz super Erfahrungen – nicht mehr für und mit Männern arbeiten wollte. Schon in der Vergangenheit richtete sich mein Angebot an Frauen aus, die durch die Gesellschaft diskriminiert wurden. Ich war unter anderem in der Familienhilfe tätig, vergab in meinem Kinderhaus Praktika an "auffällige" weibliche Jugendliche, #ThrowBack und engagierte mich in diversen Bereichen.

Auf dem Foto sieht man den Kopf einer Person von hinten. Sie hält die bi+-Flagge hinter ihrem Rücken in die Höhe.FINTA* only

Und so kam es dann auch, dass ich im Januar 2020 mein aktuelles Angebot ganz speziell auf Frauen ausrichtete und meine bis dahin hart erarbeitete überaus grosse Zielgruppe und Community auf einen Schlag umpositionierte. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt bereits so stark auf ein weibliches Zielpublikum ausgerichtet, dass Aufträge von Männern sowie eine Seltenheit waren, bzw. ich nur noch mit meinen Bestandskunden arbeitete und keine neuen Aufträge mehr annahm.

Durch meine langjährige Erfahrung habe ich viel darüber gelernt, welche Bedürfnisse Frauen und Mütter im Business haben und wie sich diese von Männern unterscheiden. Und dass ich eben nicht nur cis-Frauen begleiten möchte, sondern alle Gender, ausser eben hetero cis-Männer. So habe ich mich ganz speziell für Expertinnen und FINTA* entschieden, denen ich mit meinen Angeboten bestmöglich helfen will, sich ein unabhängiges, für sie erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Aktivismus – meine Luft zum Atmen

Doch ich merkte trotz allem, dass ich noch mehr ändern wollte. Schliesslich hatte ich mich 2005 aus dem Grund selbstständig gemacht, dass ich etwas in der Gesellschaft verändern wollte. Weil ich selbst mein Leben lang diskriminiert und schlimmeres wurde. Lange Zeit bin ich meiner damaligen Berufung nachgegangen, doch das Leben hielt einige, nicht immer schöne, Überraschungen für mich bereit. So kam es dann eben auch dazu, dass ich von meiner leidenschaftlichen Arbeit zum ausschliesslichen Funktionieren wechselte. Doch damit ist genug. Ich habe keinen Bock mehr, die mir so wichtigen Themen immer ans Ende meiner To-do-Liste zu packen, nur um dann ohnehin nie Zeit zu finden, darüber zu schreiben oder zu sprechen.

Ab sofort gibt es deshalb auf meinem Blog vermehrt auch Content, der die Themen: intersektionellen Feminismus, Disabilities, Neurodiversität (allen voran ADHS und ASS) und Queerness #NeuroQueer in den Fokus stellt und diesen Themen Sichtbarkeit gibt.

Und wem das nicht passt, ist herzlich eingeladen zu gehen. Und wer sich darüber freut, ist herzlich eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen und durch Austausch viele verschiedene diverse Sichtweisen erfahrbar zu machen.

Ich freue mich auf mehr in nächster Zeit und noch mehr, wenn du mir weiterhin folgst.

Ciao, a presto!
 
Mary

Hey! Schön, dass du meinen Blog liest!

Hi, schön dich hier zu sehen! Ich bin Mary Mattiolo, Webdesignerin und Business- und Technik-Mentorin für Expertinnen & FINTA*. Mein Schwerpunkt liegt auf wertebasierten, skalierbaren und automatisierten Online-Unternehmen, damit Selbstständige mehr Zeit und Geld für ihr Business und Leben haben.

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